„Wir tanzen um den Feuerberg aus lodernden CDs“, beginnen Deichkind in „Illegale Fans“. Der Track rund um das Raubkopieren ist einer ihrer stärksten. Die Bässe wummern und die Beats knallen. Sie wären nicht Deichkind, wenn sie nicht ein wenig überraschen und provozieren würden - verpackt in sehr tanzbare Electro-Rave-Punksongs. „Wir rechtfertigen uns für gar nichts“, legt sich Bassist und MC Porky darauf angesprochen direkt fest. Und Ferris MC erklärt: „Illegale Fans ist aus der Sicht eines Kids, das halt illegaler Fan ist. Hauptsache sie hören es und kommen zu unseren Shows“. Sich selbst sehen die Deichkinder „von der Attitude und der reinen Energy als Punks“, erklärt Ferris. Eben nur mit den Mitteln elektronischer Musik. Da überrascht der Gastauftritt von Slime bei „Die rote Kiste“ nicht mehr. Auch wenn Titel wie „Bück dich hoch“ durchaus sozialkritisch gehört werden können, betonen Deichkind, dass sie sich nicht als politische oder sozialkritische Band sehen, sondern einfach nur Musik machen und vor allem geile Shows abliefern wollen. „Der Strahl“ ist dann auch eine Nummer wie sie in Großraumdiscos wunderbar funktionieren wird. „So einen Track wollten wir schon immer mal machen“, sagt Kryptik Joe. Mit „99 Bierkanister“ das zuerst nach Dada-Lyrics klingt, liefern sie ihre Antwort auf „99 Luftballons“. Der Gag dabei: Der Text enthält nur deutsche Wörter, die auch Amerikaner verstehen würden. Am Ende werden vermutlich auch härteste Kritiker sagen „Leider geil“ – so schließlich der Titel eines weiteren Songs.