Deutsch Gesungenes hat Konjunktur. Wenn es dann noch so individuell und musikalisch klang- und stimmstark daherkommt wie in Felix Meyers zweiter CD 'Erste Liebe/Letzter Tanz', dann nimmt man sich einfach Zeit für die Lieder dieses Geschichtenerzählers. Ganz in der Tradition großer französischer Chansonniers wie etwa Jacques Brel stehend, die der bewährte Roadsänger mit einer Prise Tom Waits und etwas Stoppok würzt, finden bei ihm große Gefühle eine würdige Entsprechung. Umgeben von einem Kreis gleichgesinnter Musiker, begibt sich Meyer auf die Spur menschlicher Regungen. Mal laut, mal schlurfig und rumpelig, mal mit Musette-Akkordeon, mal im Honky-Tonk- , Reggae- oder Flamenco-Rhythmus, geben der Liedermacher und seine Mitstreiter den Höhen und Tiefen des Lebens eine schmachtvoll verzückte, wunderbar rotzige, aber auch eine wehmütige und melancholische Entsprechung. Trompeten weinen, Gitarren jauchzen, Banjos schrammeln, und über allem liegt die Liebe zum Detail. Feine Texte, die ohne große Worte auskommen, Melodien, die so schön sind, dass sie selbst nach mehrmaligem Anhören noch offen für Neuentdeckungen sind, machen dieses Album so anders. Eine Wundertüte gleich, bieten Ohrwürmer wie "Zeiten großer Worte", "Noch früher mal" oder "Bis übermorgen Seele" großes Kino für die Ohren.