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The BossHoss
 
 
Liberty Of Action
 
 
 

Eineinhalb Jahre waren sie wie vom Erdboden verschluckt. Jetzt hat die lange Wartezeit ein Ende. Die Pferde sind getränkt, gefüttert, frisch gestriegelt und bereits wieder gesattelt - der nächste Ausritt von The BossHoss steht unmittelbar bevor. Da die Cowboys von der Spree nicht nach dem Motto verfahren, "alle paar Jahre Yee-Haw! zu rufen, Pferdegewieher drauf und fertig", wie Boss Burns verrät, haben sie sich für ihr neuestes Werk 'Liberty Of Action' einige Überraschungen ausgedacht.

Die im Albumtitel angedeutete Freiheit des Handelns hat sich in den Songs manifestiert. The BossHoss machen, was ihnen gefällt. Sie verbinden daher in "Live It Up" Country-Gitarre und getragenen Gesang mit HipHop-Beats und Samples von Cypress Hill – so wie vor ihnen das ein gewisser Everlast, bekannt als Frontmann von House Of Pain, tat. Die erste Singleauskopplung "Don't Gimme That", die in Kooperation mit The Tijuana Wonderbrass entstand, überrascht mit einer Mischung aus HipHop, Funk und Soul.

Die Band übertreibt also nicht, wenn sie behauptet: "Wir haben es geschafft, über die Jahre The BossHoss als Band so zu etablieren, dass wir über Eigenständigkeit und Wiedererkennungswert verfügen, die aber nicht alleine auf der Assoziation mit Country beruhen." Hoss Power wird noch konkreter: "Auf unserem ersten Album 'Internashville Urban Hymns' wollten wir die Größe von Nashville nach Berlin transportieren. Die neuen Stücke würde ich eher als 'Über-Nashville Urban Hymns' bezeichnen – diesmal geht alles noch viel weiter."

Und mit viel Spaß und hohem Unterhaltungsfaktor im Sattel. So haben sie beispielsweise "My Country" als Gegenstück zu der aktuellen Rammstein-Single "Mein Land" entworfen. Im darauffolgenden "Sex On Legs" zaubern sie verführerischen Country-Pop aus ihrem Hut und werfen sich einer scheinbar sehr attraktiven Frau vor die Füße. Wenn dieser Song und dessen Text nicht zum Erfolg bei ihr führen, was dann?

Bekanntlich saßen Boss Burns und Hoss Power zuletzt in der Jury der Pro 7/Sat 1-Castingshow "The Voice Of Germany 2011". In der waren auch Nena, Xavier Naidoo und Reamonn-Sänger und -Gitarrist Rea Garvey. Der ist zufälligerweise auch auf 'Liberty Of Action' zu hören: in dem Song "Run Run Devil", einem eher typischen BossHoss-Ohrwurm.

Am Ende schießen die Berliner Cowboys noch einige Coversongs aus ihrer Hüfte: den Motown-Hit "Money (That's What I Want)", im Original von Barrett Strong (1960), "The Killers" vom 2004er Motörhead-Album 'Inferno' und zum guten Schluss Nat King Coles Klassiker "L.O.V.E.". Der wurde 1965 von Bert Kaempfert und Milt Gabler komponiert und wird Heuer von BossHoss gemeinsam mit Nena interpretiert. Fehlt eigentlich nur noch der Mannheimer Barde Naidoo, dann wäre die gesamte "The Voice Of Germany 2011"-Jury auf 'Liberty Of Action' versammelt.

 
 
(Kai Florian Becker)
 
 
 
 
 
 
VÖ Datum:
25.11.2011
 
 
EAN Code:
0602527856230
 
 
Artikelnummer:
2785623