| Die Chemie zwischen den sieben Mannen von Feindrehstar muss gestimmt haben, als sie nach zehn Jahren Live-Erfahrung und einigen EPs das Jazzanova Studio betraten. Der Drive ihrer Shows wurde in Berlins Klangschmiede perfekt umgesetzt: Nicht zu slick, gerade mit der rechten Portion Dreck unter den Fingernägeln, startet der Jazz-Funk Reigen mit "Knochenbrecher" und "Fête De La Kita" im Zeichen einer 70er Blaxploitation-Ästhetik. Schwenk rüber zur klubbigeren Variante, die jedem Sonar-Kollektiv-Fan das Wasser in die Augen treibt: "Arikabikanana" lässt es housy an und mit "Tyurkiimsbour" gibt es Afrojazz wie ihn die Finnen rund ums Five Corner Quintet auch mögen. Zum Ausatmen Hip Hop Beats und Marriachi-Trompeten rein geschoben, bevor gleich darauf dieser unwiderstehliche Mix aus Soul, Afrofunk und House wieder die Runde macht. Im Downbeat-Takt schreitet das Septett mit "Vulgarian Knights" erhaben voran. Der zehnte Track beendet die Lektion in Black Music Evolution nachdenklich. Jazz als Grundstoff, Funk als Additiv und Dancebeats als Katalysator - in der richtigen Proportion gibt es eine Hälfte tief schürfende, cineastische Momente und eine andere Hälfte, die mit Afropercussion und gerader Bassdrum die Klubvibes herauf beschwört. | |