| Wer mit Ben Drew alias Plan B schon einen neuen Soul-Star am Firmament leuchten sieht, sei gewarnt: Der Brite, der sich mit The-Streets-Mann Mike Skinner Frisur und Wortgewandtheit teilt, betrachtet die satten Bläser und die schwitzigen Vintage-R'n'B-Beats keinesfalls als Herzensangelegenheit. Er kommt vom HipHop britischer Bauart - und verfolgt auf seinem zweiten Album eine Arbeitsweise irgendwo zwischen Konzept und Kunsthandwerk. Als Hörer kann einem der Überbau, der die Geschichte eines Soul-Sängers, der im Gefängnis landet, egal sein - denn Plan B gelingt so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau: Wo ähnlich gestrickte Acts immer ein Stück zu glatt, zu kalkuliert wirken, mutet der Drew'sche Stilmix völlig authentisch an. Geschickt zitiert er Northern und Modern Soul, lässt seine Stimme je nach Bedarf sanft oder energiereich durch die Songs reiten. Höhepunkte: "Writing On The Wall" mit seinem Sixties-Appeal, das ungestümte "Stay Too Long", in dem Drew tatsächlich ein wenig rappt und das leidenschaftliche "Prayin'". Auf dem nächsten Album möchte Plan B übrigens wieder komplett anders klingen - aktuell schwebt ihm die Aufnahme eines Reggae-Albums vor. | |