| Manche Dinge ändern sich nie. Zum Beispiel das Popverständnis eines Richard Ashcroft. Streicher, Bläser, dazu mehr oder weniger dicke Beats und ein nur scheinbar nachlässig hingenöhltes "Uh uh Yeah": "Are You Ready", der Opener von "RPA & The United Nations Of Sound" hätte so auch 1998 erscheinen können, was auch an der Botschaft des Songs liegen mag. Die findet ihren Widerhall im Verlauf des Albums mehr als einmal: Phrasenhaft, aber charmant arbeitet sich der frühere Verve-Vorsteher ("Bittersweet Symphony") an den großen Themen des Lebens ab und verweist dabei immer wieder auf die Grundmotive von Gospel und Soul. Die Aufzählung aller Familienmitglieder in "Let's Do That Thing Called Love" mag etwas nervig sein, wird aber geschickt umgesetzt: Ashcrofts Band besteht aus Musikern, die ansonsten Künstler wie Mary J. Blige oder Brandy auf der Bühne begleiten, für die Produktion zeichnete Jay-Z-Intimus NO-ID verantwortlich. Ausflüge in kontemporären R'n'B, kurz sogar in den HipHop ("Beatitude"), werden also von Profis ausgeführt, die eines gemein haben: "Genres interessieren uns nicht", sagte Ashcroft unlängst. Die Zusammenführung verschiedener Stile ist für ihn nichts Neues - sang er doch bereits für die Big-Beat-Vordenker Unkle einen Track ein. | |