| Ihre ersten beiden Alben waren für die New Yorker ein Triumphzug ohne gleichen: Mehr als sechs Millionen verkaufter Alben, Gold- und Platinauszeichnungen rund um den Globus und Monster-Hits wie „I Don´t Feel Like Dancing". Kein Wunder, dass Mastermind Jake Shears nach Ende der letzten Tour ausgebrannt und leer war. „Trotzdem wollte ich sofort mit neuen Songs anfangen", so der ehemalige Stripper. „Nur: Mir ist halt nichts eingefallen. Das war alles ziemlich durchschnittlich." Was ihm Mentor Elton John bestätigte, und bei Shears die kreative Flucht nach vorne auslöste: „Ich bin für ein paar Monate nach Berlin. Einfach, um den Kopf frei zu bekommen, aus allzu vertrauten Bahnen auszubrechen und frische Ideen zu sammeln." Worunter der 31-Jährige einen intensiven Genuss des Nachtlebens versteht - mit viel Alkohol, Sex und Techno. Nachzuhören auf den zwölf Stücken von ´Night Work´, die extrem elektronisch, tanzbar und experimentell klingen, eine Brücke zwischen dem New Wave von Devo und dem bombastischen 80s Pop von Frankie Goes To Hollywood schlagen und lyrisch so ziemlich alles sind - nur nicht bieder und brav. „Es geht um Sex", lacht Jake. „Größtenteils unter gleichgeschlechtlichen Partnern, aber auch unter Heteros. Denn ich bin der Meinung: Wenn wir alle unsere Lust ausleben und das tun, was wirklich wollen, wären wir viel lockerer, viel verständnisvoller und viel menschlicher." Ganz abgesehen davon, dass Sex gut gegen Schreibblockaden ist? „Und wie! Das habe ich am eigenen Leib erfahren!" | |