| Bekanntlich ist das Wörtchen "perfekt" nicht zu steigern. 'A Night At The Opera' (2002) war ein perfektes Bombast-Prog-Metal-Album, aufgenommen mit einem Aufwand, der fast an Gigantomanie grenzte. Perfektion birgt aber auch die Gefahr der Sterilität, folglich verwendeten die smarten Krefelder für 'A Twist In The Myth' (2006) nur noch 60 Prozent der Aufnahmespuren des Vorgängers. Jetzt entscheidet sich die Metal-Institution vom Niederrhein für 'At The Edge Of Time' für eine Mischkalkulation: Auf der einen Seite steht orchestraler Soundtrack-Metal, auf der anderen Seite klassischer Heavy Stoff alter Schule. Für Öffner "Sacred Worlds" und ein paar andere Werke zieht das Quartett noch mal alle Register, Streicher, Bläser, Perkussionisten geben alles, jeder Hollywood-Blockbuster wäre froh über so einen Panorama-Soundtrack. "Tanelorn (Into The Void)", "Road Of No Release" und "Ride Into Obsession" sind vergleichsweise straighte Heavy-Metal-Kracher wie man sie aus dem Katalog der Krefelder kennt. "Curse My Name" kommt als keltische Folknummer daher, bei "Control The Divine" dürfen wieder Köpfe in guter alter Headbanger-Manier geschüttelt werden. Die Stimme von Heldentenor Hansi Kürsch wird gerne mal gedoppelt oder auch ver-x-facht, der neue Schlagwerker Fredrik Ehmke trommelt über weite Strecken gradlinig und durchschlagskräftig. Am Ende steht ein gelungener Spagat: 'At The Edge Of Time' ist ein Opus Magnum, das sowohl der neueren Fan-Generation mit Hang zum Sinfonischen als auch den älteren Heavies jede Menge Grund zum Jubel bietet. | |