| Nina Hagen hat Gott schon lange auf ihrem Radarschirm, nur war der mal in Indien oder in anderen Weltregionen und -religionen verortet. Doch nun bekennt sich die schrille Rockröhre zum christlichen Gott und zu Jesus, den sie - frisch getauft - fortan preist. In jedem Fall kann man sich an Nina Hagens Hinwendung zum Soul, Blues, Gospel und Cajun erfreuen: 'Personal Jesus' nennt sie ihr Album, das einfach aufregend und rückhaltlos ehrlich daherkommt. Die Songauswahl, bestehend aus Traditionals wie "Nobody's Fault", "Run On", Klassikern wie Elvis Presleys "Help Me", Depeche Modes "Personal Jesus" oder Arlo Guthries "All You Fascists Bound To Lose" sowie Liedern der 1972 verstorbenen Gospel-Ikone Margaret Allison, trägt Nina mit Inbrunst und rauchiger Stimme vor. Nur vereinzelte Kiekser erinnern noch an den frivolen Vamp und Bürgerschreck. Stattdessen ist Nina Hagen jetzt begleitet von kratzenden Gitarren und schleppendem Rhythmus-Instrumentarium unterwegs zu neuen musikalischen Ufern. Der Hörer - egal welchen Glaubens - wird mitgerissen von den musikalischen Kabinettstückchen, die dem wahren Rock'n'Roll die Sporen geben. Halleluja! | |