Irgendwann stand bei einem Konzert von Janelle Monáe Outkast-Hälfte Big Boi im Publikum - und war begeistert. Er wiederum empfahl die damals gerade einmal 20-Jährige seinem Freund Sean "Diddy" Combs weiter, der die Sängerin sofort unter Vertrag nahm und stolz vom wichtigsten Signing seiner Laufbahn als Labelboss spricht. Dass um Monáes Debüt 'The Archandroid' so ein Wirbel gemacht wird, ist aber nicht nur deshalb verständlich. Auch musikalisch passiert bei der 24-Jährige eine ganze Menge. Ihren grenzenloser Mix aus R'n'B, HipHop, Vaudeville, Klassik, Jazz und Pop reichern nicht nur Features von Big Boi und Saul Williams an - auch die Gaga-Popper Of Montreal sind mit von der Partie.
"Genres interessieren mich nicht", sagt Janelle Monáe und lächelt. Im Übrigen sei es nicht so, dass sich in ihren Songs nur musikalische Einflüsse finden würden. Wichtig seien auch Science-Fiction-Bücher, vor allem aber Filme. Auf Fritz Langs Großwerk "Metropolis" basiert gleich eine ganze Songreihe, auch Charlie Chaplins "Modern Times" hat seine Spuren hinterlassen. Der von Monaé selbst geschaffene Gattungsbegriff "Emotion Pictures" passt da gut, zumal es zu jedem Song ein Video geben soll. Dabei wird die Sängerin von einem Künstlerkollektiv unterstützt, dass sich Wondalands Art Society nennt und dessen ästhetische Bildsprache man schon im Clip zu "Tightrope" verfolgen kann. Wer sieht, wie frisch und wie selbstverständlich die stets einen Tuxedo tragende Sängerin da agiert, wird erkennen: Da könnte in den nächsten jahren noch einiges passieren.