Immer mal wieder wendet sich der Blick des geneigten Rock-Fans in Richtung Schweiz, und immer wieder verwandelt sich die Kopfdrehung in rhythmisches und anerkennendes Kopfnicken. Das ist bei Gotthard so, und das ist vor allem bei Krokus so. In den 80ern tourten sie mit Sammy Hagar, Quiet Riot und AC/DC durch die Staaten, jetzt melden sich Krokus in klassischer Besetzung aus diesen Zeiten zurück. Was Marc Storace (Gesang), Chris von Rohr (Bass), Freddy Steady (Schlagzeug) und die Gitarristen Mark Kohler und Fernando von Arb mit 'Hoodoo' abliefern, ist klassischer, riffbetonter Rock, der mit einer gehörigen Portion Blues geimpft wurde. Grooviger und mitreißender als mit "Drive It In" und der ersten Single "Hoodoo Woman" kann ein Album kaum beginnen, da verzeiht man leicht, dass dem Steppenwolf-Cover "Born To Be Wild" vielleicht ein bisschen mehr Tempo gut getan hätte. Sei's drum, über die gesamte Spiellänge von rund 45 Minuten hat sich 'Hoodoo' zweifelsfrei das Prädikat "hervorragend" verdient, wer mehr will, sollte zur CD/DVD mit umfangreichem Bonusmaterial greifen.