Die kreative Pause hat ihnen gut getan. Nach vier Jahren melden sich die dänischen Kashmir mit neuem Hörstoff zurück und das Ergebnis klingt so edel wie es der Bandname verheißt. 'Trespassers' (Grenzüberschreiter) erstrahlt in monumentaler Erhabenheit und führt die Zuhörer in epische Regionen, in denen Bands wie Coldplay, Snowpatrol oder Muse ihre Nische gefunden haben. Dabei atmet jeder einzelne Song eine Entspanntheit aus, die für ein solch opulentes Werk erst mal eingefangen werden muss, denn wo Streicher einsetzen lauert die Gefahr des drögen Pathos gleich um die Ecke. Nicht so bei Kashmir, die es verstehen, die emotionale Spannung mit klassischen Stilmitteln im Arrangement perfekt umzusetzen. Studiopro Andy Wallace (u.a. verantwortlich für den Klang von Nirvanas 'Nevermind') sorgt dafür, dass bei aller Schichtung der Gesamteindruck nicht erdrückend wirkt, sondern immer luftig und leicht. Die Gitarren mögen nicht mehr so verzerrt sein wie beim Vorgänger 'No Balance Palace', doch 'Trespassers' ist weit vom Prädikat "abgehangenes Alterswerk" entfernt. Dafür sorgt ein zeitweilig unterschwelliges Unbehagen das dem einen oder anderen Fan von Interpol oder Editors eine neue Lieblingsband beschert.