Die Genre-Bezeichnung "Extrem-Metal" finde ich allgemein unbefriedigend. Bei The Retaliation Process bin ich besonders unzufrieden damit: Der Extrem-Metal-Aufkleber steht den fünf Hamburgern so gar nicht, weil er der Vielseitigkeit der Band einfach nicht gerecht werden will. Die Songs sind rhythmisch wie ein Harcore-Brett der Marke Hatebreed mit reichlich Tempo-Wechseln, lackiert mit Grind-, Scream- und ab und an fast Gothic-Vocals, durch das sich Trash- und Death-Gitarren sägen. Die Riffs sind stellenweise so grandios, dass man sie problemlos über einen ganzen Song auswalzen könnte, was die Jungs aber dann doch lassen. Trotzdem sind die abwechslungsreich strukturierten Songs sehr eingängig. 'Downfall' ist ein Album, bei dem sich etwas in mir dagegen sträubt, die Stopp-Taste zu drücken oder leiser zu drehen. Bei der Produktion harten und knalligen Produktion lass ich das Wort "extrem" aber mal gelten.