
In der Ruhe liegt die Kraft
Er könnte glatt Sprecher der Bundesregierung oder einer Großbank werden: Kelly Jones, Mastermind der walisischen Stereophonics, hat die Gabe, wirklich alles schön zu reden. Selbst die Karriere seiner Band, die mit 'Pull The Pin' (2007) merklich ins Straucheln geraten ist: "Bei uns hat es sich gut verkauft - also kann es nicht schlecht gewesen sein. Und wenn wir irgendwelche Konsequenzen gezogen haben, dann dass wir ein paar Veränderungen brauchten. Also weniger innerhalb der Band als im Umfeld." Weshalb das Quartett mit seinem siebten Album 'Keep Calm And Carry On' tabula rasa macht - inklusive neuem Management, Plattenvertrag und Produzent Jim Abbis, der bereits die Arctic Monkeys und Massive Attack betreute. "Wir wollten jemanden, der für seine Vielfalt bekannt ist, sich mit elektronischen Klängen auskennt, und uns ein bisschen mehr fordert", so Jones. Was zwar nur für Platz 11 in den UK-Charts gesorgt hat, aber auch für zwölf abwechslungsreiche Songs, die laut dem 35jährigen "Kapitel II der Bandgeschichte einläuten." Eben moderner, weltoffener und nicht ganz so stark in den 70s verhaftet. Erste Bewährungsprobe: Der Auftritt bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver. "Als Team Wales", lacht Kelly. "Hoffentlich erwarten die nicht noch mehr von uns..."