
Finaler Blick auf ein außergewöhnliches Leben
Ein letztes Mal gibt sich der "Man in Black" die Ehre. Mit 'American VI: Ain't No Grave' liegt nun der sechste und letzte Teil von Johnny Cashs American-Recordings-Reihe vor, das ein zutiefst elegisches und spirituelles Album ist. Jeder einzelne Song handelt von den Mysterien und Herausforderungen, die das Lebenbirgt. Für Cash bedeutete das Erlösung, die er durch den Glauben zu erlangen suchte. Zudem thematisiert das Album die Bedeutung von Freundschaft, den Traum vom Frieden oder den Überlebenswillen in leidvollen Zeiten.
Es ist ein schmerzhaft persönliches und vertrauliches Statement, das Cash abgibt, wenn er kurz vor Schluss noch einmal zurückschaut und einen Blick auf sein Leben wirft. Aus ganz unterschiedlichen Epochen der Musikgeschichte stammen die auf 'American VI' versammelten Cash-Interpretationen, wie "Redemption Day" von Sheryl Crow, "For The Good Times" von Kris Kirstofferson, Tom Paxtons "Can't Help But Wonder Where I'm Bound", den Abschiedssong "Aloha Oe" der letzten hawaiianischen Königin Lili'uokalani sowie die bis dato unveröffentlichte Eigenkomposition "I Corinthians: 15:55".
Maßgeblich beteiligt an Cashs letzter Produktion waren Gitarrist Mike Campbell und Keyboarder Benmont Tench, die beide mit Ausnahme des ersten Albums auf sämtlichen Veröffentlichungen der American-Recordings-Reihe zu hören sind. Obwohl Cash wusste, dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb, "hatte er kein bisschen Angst", so Produzent Rick Rubin. "Als ihm klar war, dass er bald selbst sterben würde, war er ganz ruhig und ging damit ganz nüchtern um - und damit hatte sich's."