Gelungene Hommage an Billie Holiday
Wie ihr großes Vorbild, Billie Holiday, ist auch Dee Dee Bridgewater längst zu einer Jazz-Legende geworden. Die Sängerin und Schauspielerin, die 1969 ihr sensationelles Debüt als Sängerin im Orchester von Mel Jones und Thad Jones machte, war in ihrer Rolle als Billie Holiday in "Lady Day" erstmals dem Esprit der wichtigsten Sängerin der Jazzgeschichte ganz nahe. Nun huldigt die letzte echte Jazz-Diva freudig klingend und mit großer Zuneigung auf ihrem neuen Album 'Eleanora Fagan (1915-1959): To Billie With Love From Dee Dee' der vor 50 Jahren gestorbenen "Lady Day". Wahrhaftig und künstlerisch im Hier und Jetzt angesiedelt, ist "Lady Dee Dee" ein an Esprit und Originalität reicher Tribut an Billie Holiday geglückt. Begleitet u.a. von Bassist Christian McBride und Saxofonist James Carter, singt sie Klassiker aus Billies Repertoire, von "Lover Man" und "Fine And Mellow" über "Lady Sings The Blues" und "Don't Explain" bis zu "Foggy Day" und Strange Fruit". Neu arrangiert und weniger melancholisch und wehmütig als in den Originalen, gibt Dee Dee einem eher freudvoll klingenden Gesang den Vorzug. Sie singt diese Lieder nicht nur, sie lebt sie. Überflüssiges Dramatisieren und pure Effekthascherei bleiben außen vor, wenn sich Dee Dee Bridgewater, die am 27. Mai 2010 ihren 60. Geburtstag feiert, mit großer Emotionalität den vielschichtigen Facetten in der Musik von Billie Holiday nähert. "Ich glaube nicht, dass ich singe", meinte Billie Holiday einmal. "Ich improvisiere mit meiner Stimme wie auf einem Instrument. Es kommt alles, wie ich es fühle." Dee Dee Bridgewater befindet sich mit dieser Selbsteinschätzung im Einklang.