Modern Jazz zwischen Miles und Rock - Wenn es solch exzellente junge Musiker wie den 26-jährigen Christian Scott gibt, ist es um die Zukunft des Jazz wahrlich nicht schlecht bestellt. Der Trompeter aus New Orleans, der für sein 2006er Debütalbum 'Rewind That' gleich mit einer Grammy-Nominierung honoriert wurde, offenbarte ein absolut eigenes musikalisches Profil. Die hohen Erwartungen, die seit seinem Debüt in ihn gesetzt wurden, erfüllt Scott nun auch auf seinem neuem Album 'Yesterday You Said Tomorrow', das neben neun superben Eigenkompositionen auch eine überraschende Coverversion von "The Eraser" enthält, eine Nummer, die Radiohead-Mastermind Thom Yorke vor drei Jahren für sein gleichnamiges Solodebütalbum schrieb. Angereichert ist Scotts Fusion aus schneidigem Jazz, HipHop und Rock-Rhythmen mit intimen Rhapsodien und heftigen Ostinato-Variationen. Sein sanftes, schmeichelndes, aber auch sein brennendes Trompetenspiel wird eingerahmt von seiner auf allen Positionen exzellent besetzten Begleitband, die Scotts zeitgemäße Interpretation der Musik der Jazz-Stilisten Miles Davis, John Coltrane und Charles Mingus das passende Fluidum verleiht. Eingespielt im Studio des Blue-Note-Veteranen Rudy Van Gelder, der auch als Co-Produzent des Albums fungierte, erzeugt Scott einen musikalischen Hintergrund, der alles ersichtlich macht, was er an der Musik aus den Sechzigern so liebt, Dazu gehören auch Bob Dylan und Jimi Hendrix, die er in die Nähe der Jazzer rückt. (hb)
Christian Scott - Yesterday You Said Tomorrow (Concord/Universal)