Noch einmal mit Gefühl
Die Erfinder des "Love Metal" sind zurück: Zwei Jahre nach 'Venus Doom' veröffentlichen HIM ihr Album 'Screamworks' - mit 13 neuen Songs, neuem Produzenten und neuem Sound.
Matt Squire kann in seiner Referenzliste nun also auch HIM nennen. Den bislang von ihm produzierten Bands (u.a. Panic! At The Disco, The Used, Taking Back Sunday) wird gerne das Label "Emo" angehängt. "Ehrlich gesagt kann ich gar nicht genau sagen, was "Emo" eigentlich ist", so HIM-Frontmann Ville Valo im AMM-Interview, „wenn es darum geht, Gefühle in die Musik zu packen, waren wir immer schon eine Emo-Band." Der Sound des neuen Longplayers ist direkt, Drums und Gesang klingen sehr präsent, die Keyboards brillieren mit einem Achtziger-Jahre-Klang. Kein Wunder, sind Squire und Valo (beide Jahrgang 1976) doch in den Achtzigern musikalisch sozialisiert worden. „Irgendwie punkig" nennt der HIM-Frontmann das Album deshalb auch, jedoch nicht auf die Musik bezogen, sondern auf die Einstellung: keinem Erwartungsdruck nachgeben, sich nicht darum kümmern, was andere denken.
Mit diesem Zitat im Hinterkopf überrascht es, wie direkt die Songs ins Ohr gehen: straighte Gitarrenriffs, eingängige Gesangmelodien - als wären die Finnen mit dem Ziel ins Studio gegangen, 13 Single-taugliche Tracks aufs Album zu packen. Wenn's so war kann man nur sagen: Ziel erreicht. Insbesondere "Ode To Solitude", „"Disarm Me (With Your Loneliness)" und "Heartkiller" entpuppen sich schnell als Ohrwürmer.