Die Gebäude auf dem Foto schauen nicht nach Athen aus ... also hat da auch keiner die Eulen hingetragen. Viel mehr eröffnet die Optik der ersten Owl City-CD einen Blick vom Land auf das Meer, wo ein weißer, hochmoderner Hotel-Tower Marke Dubai ins Blau ragt. Der Eindruck des Artworks und die Weite werden auch durch die Musik umgesetzt. Als Homeproducer dropt der 23-jährige Adam Young aus Owatonna (Minnesota) hier ganz schön Skillz. 'Ocean Eyes' klingt so opulent nach chart-tauglichem Pop, dass man den Atem anhalten möchte. Kein Wunder, dass die Single "Fireflies" an die Spitze der U.S. Billboard Hot 100 kletterte. Mag es traumhaft oder erträumt klingen - hier kommt zusammen, was eigentlich nicht mehr als ideal für den Erfolg erscheint: ein junger, zurückgezogen lebender Mann produziert massenkompatible Popsongs im Keller seiner Eltern, im Nirgendwo der Staaten, und ohne es zu beabsichtigen, kommt ein unwiderstehlicher Mix dabei heraus. Die Ingredienzien der zwölf Songs: deftige Synthies, clevere Dancebeats, lockere Gitarren, Glockenspiel, Streicher, Banjo, Cello ... die Liste ist lang. Welch ein Keller muss das sein. Ganz und gar nicht nach Keller tönt die sonnige Popmusik, die klingt, als würde eine kalifornische College-Rock-Band Electropop machen. Erinnert sich noch jemand an Wheatus und Teenage Dirtbag? Wer kommt auf so was Cleveres?