Die Rückkehr von Integrität und Authentizität im Soul
Mit der Veröffentlichung von 'Soldier Of Love' endet eine der längsten Wartezeiten der Popmusik. Sade, die Band um die Sängerin Sade Adu, die bereits für ihr letztes Album 'Lovers Rock' unglaubliche acht Jahre Zeit verstreichen ließ, hat für ihr sechstes sogar noch zwei weitere Jahre drangehängt. Umso mehr werden die Soul- und R&B-Fans dafür mit einem außergewöhnlichen Hörgenuss belohnt.
Für Sängerin und Frontfrau Sade Adu steht Integrität und Authentizität hinsichtlich Songwriting über allem: „Ich mache nur dann eine Platte, wenn ich denke, dass ich etwas zu sagen habe. Ich habe kein Interesse, Musik zu veröffentlichen, nur um etwas zu haben, das ich verkaufen kann." Über mangelnde Erfolgsaussichten von 'Soldier Of Love' muss sie sich allerdings keine Sorgen machen. An dem neuen Album, das in Zusammenarbeit mit dem langjährigen Sade-Produktionspartner Mike Pela in Peter Gabriels "Real World Studios" eingespielt wurde, zeigte alle vier Bandmitglieder einträchtig und in großer Spielfreude vereint. Bassist Paul Denman war aus Los Angeles zurückgekehrt. Gitarrist und Saxofonist Stuart Matthewman unterbrach seine Arbeiten an Film-Soundtracks in New York und Andrew Hale ließ seinem Job als A&R-Berater hinter sich.
Mit den neuen Songs entfernten sich Sade dabei merklich vom Downtempo-Soul-Flair des Vorgänger-Albums und präsentieren sich wesentlich vielseitiger als je zuvor. So klingt die Band bei einigen Songs etwa wie zu ihren Anfangszeiten, z.B. wenn das softe Saxofonspiel von Matthewman auf "In Another Time" in den Vordergrund rückt. Mit dem ebenso überschwänglichen wie eigenwilligen Reggae-Track "Babyfather" und dem hochdramatischen Album-Opener "The Moon And The Sky" betreten Sade hingegen neues musikalisches Territorium. „Ich will mich nie wiederholen", erklärt Sängerin Sade Adu, „und je länger wir zusammen arbeiten, desto interessanter wird die Herausforderung für uns", die ihren Stolz auf das neue, sechste Sade-Album nicht verhehlt.